Dienstag, 4. Oktober 2011
Pofalla
seines Zeichens Kanzleramtsminister,
hat sich über die Gewissensfreiheit des Abgeordneten Bosbach derart geäußert, dass er die Berufung darauf für "Scheiße" hält. Die Äußerungen des Herrn Pofalla lassen mich zweifeln, ob er die Verfassung anerkennt (Freiheit des Abgeordneten, Art. 38 GG)) und auf dem Boden der FDGO steht.
In den 70ern wurde man wegen geringerer "Verstöße" gegen die Verfassung observiert und konnte nicht Lehrer bzw. nicht befördert werden: So wurden in Mönchengladbach (CDU-regiert!) alle die Lehrer nicht befördert, die eine Anzeige gegen den NATO-Doppelbeschluss unterzeichnet hatten: Die Freiheit der Meinungsäußerung (auch vom GG garantiert, Art. 5) zählte nicht.

Mitnichten ist die Sache mit der Entschuldigung Pofallas bei Bosbach "abgeschlossen", wie die Bundes-CDU meint: Seine Äußerung zeigt eine Verachtung der Verfassung, die schlimmer ist als die Verachtung des Parteifreundes Bosbach. Die Sache mit Bosbach mag abgeschlossen sein; die Geringschätzung der in der Verfassung garantierten Rechte der Abgeordneten (um der Machtausübung willen) bleibt bestehen, auch wenn Herr Pofalla "sich [bei Bosbach] entschuldigt".

Ich rege an, dass Herr Pofalla vom Verfassungsschutz observiert und zu einer Anhörung geladen wird.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 23. August 2011
Kosten des Gesundheitswesens
Am Beispiel der Kosten eines Medikaments möchte ich zeigen, wie Kosten im Gesundheitswesen produziert werden.
Es geht um Pantozol, 20 mg, 56 Stück.
Die kosten original von der Firma Nycomed 42,29; das ist ein festgelegter Preis, den kann man nicht ändern.
Gleichwertig ist das Generikum Pantoprazol (danach habe ich in der Arztpraxis gefragt, aber mir wurde trotzdem Pantozol verordnet): Das kostet von Nycomed normal 26,35; in Jüchen in der Adlerapotheke wollte man mir dieses Medikament für ca. 39,- verkaufen. Im Internet gibt es das auch für 22,60.
Ich habe deshalb nach dem Pantoprazol einer anderen Firma gefragt (1 A); das wurde mir dann für ca. 20,- verkauft; im Internet gibt es das bereits für 15,22.
So sieht man, wie Kosten im Gesundheitswesen entstehen: zugunsten der Firma Nycomed, zugunsten einer einzelnen Apotheke. Das fängt mit der Verordnung in der Arztpraxis an und geht weiter bei den "Apotheken"-Preisen einzelner Apotheken.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Freitag, 10. Juni 2011
Hagen Rether
Hallo, Herr Rether,

hoffen wir mal, dass Astrid Hennig die Mail weiterleitet:

Gestern Abend habe ich Sie in Jüchen erlebt, nachdem ich Sie öfter im Fernsehen gesehen hatte. Sie waren gut, wobei mir (im Vergleich mit Ihren Kollegen) vor allem Ihre Ruhe gefallen hat - auch mal drei Sekunden nichts sagen, das passte. Um 22.45 bin ich gegangen, da hatte ich des Guten genug gehört; allzu viel ist ungesund, auch allzu viel des Guten. Und irgendwann am Abend will ich abschalten.

Ich habe dann versucht zu begreifen, was Sie eigentlich machen: Sie machen Seelsorge für die Ungläubigen, denke ich. Das ist Ihr Appell an das Gute und Vernünftige im Menschen, das ganz einfach zu tun ist und weder Politik noch Kirche braucht: "Sei einfach nett, achte die Schöpfung und liebe den Nächsten." Seien Sie versichert, von Ihrer Masche und dem Strickmuster verstehe ich etwas - habe ich selber schon professionell gemacht. Das Dumme ist, dass auf dieser Basis erneut Kirche und Politik gebaut werden, wenn man sich fragt: "Wie mache ich das denn nun, das Nettsein und das Schöpfung Achten?"

Das kann man übrigens auch schon lange wissen, nicht erst seit 1986 und nicht aus dem Erdkundeunterricht (war schön, diese Wiederholung): Dazu brauchen Sie nur Berger/Luckmann: Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, 1969, zu lesen, Stichwort "Institutionalisierung".

Mit guten Wünschen für Ihre Arbeit bleibe ich
Ihr N.N.

... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 6. Juni 2011
Franziskushaus MG
Das zu "Maria Hilf" gehörende Franziskushaus wird derzeit ausgebaut, und die Chefärzte sind Professoren, es ist ist wunderbar - aber die innere Struktur ist nicht mit dem Äußeren gewachsen.
Meine Erfahrung im letzten Jahr in zwei Abteilungen: Wenn man zu Untersuchungen ins Labor bestellt wird und nicht selber weiß, was gemacht werden muss, weiß das Personal es auch nicht immer genau (obwohl die Leute alle sehr freundlich sind).
Und das Beratungsgespräch vor einer Biopsie hat meines Erachtens gar nicht stattgefunden, obwohl es dokumentiert ist (war zwar nicht ganz so schlimm, es war meine zweite Biopsie, sodass ich eigentlich alles bereits gehört hatte - aber immerhin, Beratung hätte sein müssen). Und die Hose, die man für den Eingriff anziehen musste, tat's auch nicht (Schlitz auf der falschen Seite - es war falsch geliefert oder bestellt worden).

Vielleicht hat einer der Ärzte aus der Radiologie am Bethesda den Kern des Problems benannt, als er mir einmal (bei einem Beratungsgespräch auf dem Flur - es war kein Zimmer für eine Beratung frei) sagte: "Wir sind getaktet." Leider hat er damit Recht. Vielleicht muss ein guter Abteilungsleiter (Chefarzt) auch nicht nur ein qualifizierter Arzt sein...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Unitymedia - Vorsicht!
U. (= ish) betreibt derzeit eine äußerst aggressive Werbekampagne; offenbar werden auf Fernsehkunden, die noch nicht Telefon und Internet bei Unitymedia haben, Kopfgeldjäger angesetzt: Die Telefonnummer wird zur Jagd freigegeben, alle möglichen Werber (die voneinander nichts wissen) rufen an, versprechen alles Mögliche und wollen einen dazu bewegen, sich das Vertragsformular schicken zu lassen.
Alle Bedenken, die man äußert, werden mit dem Hinweis auf die schönen vielen Freimonate, die es gibt, weggewischt, und was der eine heute nicht erreicht, versucht der andere Werber morgen zu ergattern.
Und wenn man dann unterschrieben hat und die technischen Möglichkeiten lassen die unmittelbare Realisierung nicht zu, ist man noch nicht aus dem Vertrag, wenn man den nicht innerhalb von 2 Wochen nach der Unterschrift widerrufen hat.
Ich kann nur sagen: Vorsicht mit Unitymedia! Die schönen Preise gelten nur eine Zeit lang, dann erhöhen sie sich um 5 Euro, und wenn man nicht aufpasst, hat man das Sicherheitspaket nach 3 Monaten kostenpflichtig auch automatisch bestellt (= nicht abbestellt), wo es doch zuerst umsonst war...

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 26. Mai 2011
Noch einmal: Apothekenpreise
Zum Beispiel: Hansaplast soft, 1 m in zehn Streifen, 6 cm breit - ein normales Wundpflaster, das man im Haushalt braucht, ideal auch für Probleme an den Zehen ...
kostete gestern in einer Apotheke in Jüchen 4,21 Euro. Das sind in Wirklichkeit 8 Mark. Ich frage mich: Was kostet an den zehn Streifen 8 Mark? Die Produktion eines Streifens kostet doch höchstens 10 Pfennig oder 10 Cent.
In einer Preisübersicht sah ich, dass dieses Pflaster für 3,30 - 5,00 Euro in verschiedenen Apotheken angeboten wird.
Man muss natürlich bedenken, dass das Pflaster von Beiersdorf hergestellt wird und einen guten Namen hat - wenn man gelegentlich auf andere Marken stößt, sind die billiger. Aber der Preis ist, in sich betrachtet, ein Witz: Ausnutzung einer Marktposition.
Mein Tipp: Beiersdorf-Aktien kaufen!

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 9. Dezember 2010
Apotheken: Preise vergleichen
In der Adler-Apotheke Jüchen (Markt) kostete am 9. Dezember 2010 eine 20er-Packung IbuHEXAL akut 200 3,80 Euro, mit Kundenkarte reduziert auf 3,61 Euro.
In der Ventalis-Apotheke in Jüchen (neben Rewe) kostete die gleiche Packung am gleichen Tag 2,57 Euro.

Was folgt daraus?

... link (0 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 28. Oktober 2010
Willibert Pauels - "ne fromme Jeck"
Das war ein hervorragendes Programm eines nebenamtlichen Diakons und hauptamtlichen Büttenredners, ein Programm im Wesentlichen aus gekonnt erzählten Witzen.

Drei Hinweise:
1. Die Theologie des Humors findet man auch bei Peter L. Berger: Auf den Spuren der Engel, 1970 (mit der gleichen Schwäche wie bei Pauels: dass dieser Humor nichts spezifisch Christliches hat).
2. Ein persönliches Glaubensbekenntnis stört mich bei einem Kabarettvortrag, wie mich auch Pispers' Glaubensbekenntnis zur Linken stört. Das gehört nicht auf die Bühne - abgesehen davon, dass die von Pauels gelieferte Bekämpfung des Atheismus naiv ist: als wenn Atheisten ihre Kinder nicht lieben könnten!
3. Ob man das, was Taufpaten an Glauben bekennen, für bare Münze nehmen darf, ist doch sehr zu bezweifeln.

Fazit: Das Programm "Ne fromme Jeck" beschert einem einen schönen Abend mit teilweise großartigen Witzen.

... link (0 Kommentare)   ... comment